Aufstehen, neu denken, weitergründen

Speaker bei der FuckUp Night in Berlin
Foto: privat

Was haben ein 19-jähriger E-Commerce Unternehmer, eine ehemalige Punkerin und ein begeisterter Inlineskating-Enthusiast gemeinsam? Alle drei traten auf der vergangenen 21. FuckUp Night Berlin am Dienstagabend als Speaker auf, um ihre Erfahrungen mit dem Scheitern vorzutragen. Alle drei sind mit ihren Gründer-Ideen in der Vergangenheit nämlich schon einmal gehörig auf die Nase gefallen. Ob mit einem amerikanischen Riesen-Trampolin, einem Online-Business für Restposten oder einer Veranstaltungsreihe – die drei Gründer hatten vor gut gefüllter Halle die eine oder andere Anekdote zu erzählen. Dass dazu nicht nur eine Menge Mut, sondern auch eine gehörige Portion Humor und der Wille zur Selbstreflexion gehören, davon konnten sich die rund 300 Besucher in familiärer Atmosphäre überzeugen.

 

Wir haben für Euch einmal zusammengefasst, was wir von dem Abend an Key-Learnings mit nach Hause genommen haben:

 

 

1. Finde den richtigen Business-Partner

 

Der 19-jährige Daniel hat in seinem Leben schon die eine oder andere Gründererfahrung machen dürfen. Von seiner ersten – und letztliche katastrophal gescheiterten – Idee, der Installation eines Sprungturms mit Trampolin am Badesee in Berlin, erzählte er uns bei der FuckUp Night. Er erzählte von sich endlos hinziehenden Behördengängen, unzuverlässigen Angestellten und angsteinflößenden Bademeistern. Heute ist er um einige Erfahrungen klüger und sich sicher: Ein Unternehmen zu gründen, ohne die Unterstützung von einem zuverlässigen Business-Partner  das kommt für ihn heute nicht mehr in Frage.

 

2. Tu etwas, was dir am Herzen liegt

 

„Wer erfolgreich sein will, muss auch richtig scheitern können,“ ist sich Sue sicher. Sie, die von ihrem Vater von Kindesbeinen an eingetrichtert bekommen hat, dass es im Leben vor allem zunächst einmal auf den Schulabschluss ankommt, hat gerade in ihren jungen Jahren die eine oder andere Erfahrung außerhalb der Schule gemacht, die sie bis heute geprägt hat. Da war zum Einen der Auszug mit 16 Jahren und das Leben als Punk-Girl im Berliner Untergrund. Darauf folgte der erste Kontakt mit der Techno-Szene und der Job als Runner in einem großen Berliner Club, die ersten eigenen Veranstaltungen, die ersten großen Einnahmen und die eigene Wohnung. Sue hielt es nie lange irgendwo aus: Auf die Veranstaltungen folgten ein Restpostenverkauf, ein Süßwarenladen und eine Reihe von Kindergeburtstagsveranstaltungen. Die Idee des heißen Partyvans, der auf den Straßen Berlins für zahlende Gäste unterwegs sein sollte, scheiterte an der Unbeständigkeit des amerikanischen Fahrzeugfabrikats. Wenn sie in ihrer langjährigen Gründertätigkeit eines gelernt hat, dann ist es, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die sie mit Spaß und Leidenschaft erfüllen. Nur ein Projekt, für das man sich hundertprozentig begeistern kann, schafft es, alle Widrigkeiten zu überstehen und am Ende des Tages komplett in der Gründertätigkeit aufzugehen.

 

3. Steck nicht den Kopf in den Sand, wenn mal etwas schief geht

 

Mit seiner Veranstaltungsreihe „Winterclash“ hat Johannes das geschafft, von dem zahlreiche Sportenthusiasten und Eventmanager träumen: 1.500 Menschen aus mehr als 30 Ländern nahmen in den vergangenen Jahren an seinen Inlineskating-Events teil. Das dabei nicht immer alles sofort problemlos geklappt hat, ist ja klar. Für den 32-Jährigen sind es aber gar nicht die einzelnen Unglücke und schiefgelaufenen Projekte, die für ihn Scheitern definieren. Er ist überzeugt: Scheitern ist einzig und allein der finale Moment des Aufgebens. Je mehr ich an das glaube was ich tue, desto größer ist die Angst davor." Und so hielten ihn nicht mal der Brand der Veranstaltungshalle am Tag des Events oder die Eskalation einer Veranstaltung im verträumten Mühlhausen in Thüringen davon ab, weiter an seinem Traum festzuhalten und dafür zu kämpfen, dem Inlinesport zu einer größeren Popularität zu verhelfen.

 

Was alle diese Gründer eint, ist nicht nur die Leidenschaft für ihre Ideen, sondern vor allem der Mut, sich gegen die Zweifel der Mehrheit durchzusetzen und wider aller negativen Erwartungen etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Dieser Mut war auch auf der FuckUp Night in der Kommunikationsagentur Aperto zu spüren. Endlich bereit zu sein, die eigene Geschichte übers Scheitern zu erzählen und damit einen ganzen Raum zu inspirieren. Dieser Mut erzeugte auch dieses Mal einen ganz besonderen Spirit auf der FuckUp Night in Berlin.

 

(jd)

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