Der Zufall bringt keinen Erfolg

Papierflieger über der Stadt
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In der letzten Woche haben wir hier uns hier auf unserem Blog mit der Frage beschäftigt, ob wir unseren alltäglichen Erfolg eigentlich auf die eigene Motivation oder doch auf den Zufall zurückführen können. Hier könnt ihr den Text dazu noch einmal lesen.

 

Heute beleuchten wir das Thema aus einer anderen Perspektive. Um es zu Beginn des Blogeintrags vorweg zunehmen: Erfolg ist harte Arbeit. Davon bin ich überzeugt und möchte deswegen auch erklären, warum der Zufall für uns keine allzu große Rolle spielen sollte.

 

Der Wecker kaputt, den Bus verpasst, die Deadline nicht geschafft. Die ganze harte Arbeit wird nicht belohnt und der Erfolg bleibt aus. Wer kennt solche Konstellationen nicht? Wir arbeiten hart an einem Projekt oder an einer wichtigen Erledigung und gefühlt alles stellt sich uns in den Weg. Oft wird aus ersten zufälligen Hindernissen eine verquickte unmögliche Situation, welche uns daran zweifeln lässt, dass wir unsere Aufgaben auch wirklich schaffen.

Doch ist am Ende wirklich der unkontrollierbare Zufall Schuld an unserem Misserfolg, an unserem Scheitern? Wir müssen akzeptieren, dass wir zufällig auftretende Situationen und nicht planbare Ereignisse nie wirklich ganz kontrollieren werden können. So werden wir im Alltag immer externen Faktoren ausgesetzt sein, welche uns auf die Probe stellen werden. Doch wie stark ist wirklich der Einfluss von außen auf unseren Erfolg? Oft sind es ja die kleinen Dinge, welche uns herausfordern. Der Handywecker funktioniert nicht oder der Bus verspätet sich. Das sind jedoch alles Ereignisse, die wir mit guter Planung und etwas Puffer abfedern können. Der kaputte Wecker wird dann schnell eher als Ausrede benutzt, um die eigene schlechte Vorbereitung zu relativieren. Genau das Gleiche gilt für regelmäßige auftretenden Verspätungen im Nahverkehr oder der plötzliche Regen vor dem Vorstellungsgespräch. Wir werden diese Ereignisse zwar nicht oft vorhersehen, können uns aber trotzdem mit mehr Zeit und Ruhe darauf vorbereiten. Dadurch minimieren wir das Risiko der negativen Auswirkungen durch den Zufall. Es gibt selten außergewöhnliche Zustände wie den Sturm “Xavier”, welcher uns beispielsweise zwingt, am Bahnhof zu übernachten und uns somit unseren Termin wirklich verpassen lässt.

 

Doch der Zufall bringt nicht nur Barrikaden und Hindernisse mit sich, sondern auch Chancen und Möglichkeiten. Eine Absage für das Wunschpraktikum kann sich durch eine neue Stelle in einem fremden Themenbereich zur spannende Erfahrung entwickeln und den späteren Berufsweg positiv prägen. Genau wie eine Zufallsbegegnung im Flugzeug uns einen neuen Geschäftspartner vermitteln kann oder die Liebe unseres Lebens finden lässt. In diesen Situationen lassen sich Türen öffnen, wodurch sich aber auch andere Türen wieder schließen.

 

Meine Beispiele zeigen, dass der Zufall viele Seiten haben kann. Ob es dabei bei dem einen mehr Chancen und bei dem anderen mehr Gefahren mit sich bringt, wird uns keiner verraten können. Somit wird aus dem Faktor Zufall eher eine Variable, welche unsere Gleichung zur Lösung zwar immer beeinflussen kann, aber von uns selber nie definierbar sein wird. Da stellt sich die Frage, warum wir uns allzu viele Gedanken darüber machen?

 

Für uns selber bedeutet der Zufall, dass wir oft durch kleine Ereignisse herausgefordert werden: Herausforderungen, welche uns auf die Probe stellen, unseren eigenen Weg weiter zu gehen. In unserem Land spielt dieser mögliche negative Faktor “Zufall” aber eher eine geringe Rolle im Verhältnis zur eigenen Leistung und Chance. Dieses positive Verhältnis sollten wir nutzen und uns weniger mit der Angst vor dem Zufall beschäftigen.

 

Wir sollten eher den Optimismus und die Zuversicht nutzen, um das eigene Ziel und die eigene Idee zu verwirklichen. Allein die Chance, sein Leben überwiegend selbstbestimmt in diesem Land führen zu können, sollte für uns keine Selbstverständlichkeit sein.

 

(fh)

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